Auf dem Golden Circle

Die einzige Ringstrasse Islands führt bei vielen Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten vorbei. Man nennt sie deshalb den "Goldenen Kreis". Wir starten noch bei Nacht um 09:15 Uhr in Reykjavik. Nach etwa einer Stunde erreichen wir in Thingvellir das älteste Parlament der Welt, kein Gebäude sondern ein Plateau. Hier kamen die Vikinger (Normannen) nach der Staatsgründung im 9 Jahrhundert alle drei Jahre mehrere Tage lang zusammen und hielten eine Art Landsgemeinde ab. Hier driften auch die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte auseinander, was einen Y-förmigen Graben bildet. Durch diese Schlucht wandern wir vom Besucherzentrum aus nach unten. Vereiste Wasserläufe und mäandrierende Bäche graben sich durch den Torfboden.





Der Tag macht sich langsam mit der Sonne bemerkbar. Die Fahrt geht weiter bis zum Gullfoss, einem eisigen Wasserfall. Er gilt als der schönste Islands. Die Schönheit hat allerdings seinen Preis. Der stürmische Wind bringt uns auf dem vereisten Boden fast aus dem Tritt. Wir stärken unsere Kräfte an der Wärme des Visitor Centers mit einem Imbiss wieder
 


Island hat rund 400'000 Einwohner und etwa 200'000 Island-Pferde. Da die Tiere vor etwa 1000 Jahren eingeführt wurden, sind sie nicht immun gegen Krankheiten von Artgenossen. Deshalb ist es heute streng verboten, Pferde ins Land einzulassen. Pferde waren früher hier die einzigen Transportmittel, Schafe und (wenige) Kühe sind weitere Haustiere. Wir besuchen das Geysir Center mit seinen warmen Feldern und heissen Quellen. Der Geysir Strokkur sprudelt etwa alle 10 - 15 Minuten. Wir sind etwas enttäuscht, denn im Vergleich zum Old Faithfull im Yellowstone Park oder den Geysiren in Neuseeland ist diese Wasserfontäne nur ein kurzer Pfupf. 


Danach besuchern wir eine uralte Bischoffskirche mit schönen Fenstern, einem Wandmosaik und einer kleinen Orgel. Die Ortschaft, welche früher um die Kirche gebaut wurde, gibt es zwar kaum mehr. Aber in der Kirche gehen die aufgelisteten Bischöffe bis etwa in 9 Jh. zurück. Auf der Retourfahrt durchqueren wir eine grössere Ortschaft mit vielen Treibhäusern, welche alle von warmen Quellen beheizt werden. Schliesslich fahren wir wieder beim hohen Berg vorbei, wo die 14 Weihachtsmänner wohnen. Sie sind am 6. Januar dorthin zurückgekehrt. Es sind allerdings ziemlich düstere Gesellen, welche den Kindern Angst machen sollen. Am schlimmsten ist jedoch deren Mutter, welche böse Kinder im Vuklan röstet und verspeist, die ihre Söhne im Sack mitbringen.





Am Abend geniessen wir im Restaurant Old Iceland die einheimische Küche mit geräuchertem Lammtartar, Kabeljau und Rhabarerchüechli garniert. Sehr speziell, aber echt gut.



 

 

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